“Radlexpress-Ikone” Karl-Heinz Nichterwitz wird Ehrenmitglied

Der Schock saß tief und das Entsetzen war groß, als wir von dem schrecklichen Unfall von Karl-Heinz erfuhren. Im Herbst 2008 war er in der italienischen Schweiz in einer Abfahrt gestürzt und hatte sich ein schweres Schädel-Hirn Trauma zugezogen. Nachdem Karl-Heinz sich für das Überleben entschieden hatte, begann für ihn ein jahrelanger Kampf zurück in die Normalität.

Wir hatten ein langjähriges Mitglied der Vorstandschaft und den Leiter unserer Abteilung Triathlon verloren. Aber Karl-Heinz war mehr als nur ein Funktionär. Er war väterlicher Freund, akribischer Arbeiter und vorbildlicher Sportler in einer Person. Ein Mann, wie ihn sich jeder Verein nur wünschen kann. Er kümmerte sich um alles und jeden und war maßgeblich für die positive Entwicklung der Triathlonabteilung verantwortlich. Seine tolerante, diplomatische, aber auch bestimmte Art die Dinge anzupacken war beispiellos.

Mittlerweile sind viele Jahre vergangen. Karl-Heinz zog zu seiner Lebensgefährtin nach Augsburg und schied aus dem Verein aus, da er weder die Ämter, noch seinen Sport weiter ausüben konnte.

Karl-Heinz Nichtwerwith, Ernennung zum Ehrenmitglied - 31.08.2014

Den Verein hat er jedoch nie vergessen und besucht regelmäßig die sportlichen Events des Radlexpress. Auch gesundheitlich ging es stetig bergauf und Karl-Heinz kämpfte sich auf die sportliche Bühne zurück. Im Frühjahr startete er beim erstmalig ausgetragenen Zeidlerlauf und auch beim Triathlon „Häusiman“ am vergangen Samstag ließ er es sich nicht nehmen die Rad- und Laufstrecke zu bewältigen. Im Rahmen dessen abendlicher Siegerehrung wurde dann Karl-Heinz Nichterwitz, von unserem 1. Vorstand Hans-Peter Berr, zum Ehrenmitglied ernannt. Eine komplette Triathongarnitur, sowie eine lebenslange beitragsfreie Mitgliedschaft inklusive.

In diesem ergreifenden Moment musste ich mich an eine viele Jahre zurückliegende Geschichte erinnern. Ich war erstmalig mit dem Verein im Trainingslager auf Mallorca und konnte erleben, wie mir und vielen anderen Youngsters, regelmäßig von Karl-Heinz die sportlichen Grenzen aufgezeigt wurden. Ich fragte ihn, wie er denn Mitte März schon so fit sein könne. Er antwortete mit einem verschmitzten Lächeln, dass er im Winter ein bisschen Zeit gehabt hätte und mal eben gute 3000 km mit dem Trekkingrad abgespult habe. Er grinste über das ganze Gesicht und meinte, dass man so den Altersunterschied von knapp 30 Jahren etwas kompensieren könne. Als ich dann etliche Zeit später erfuhr, dass Karl-Heinz schon ein langes und bewegtes Ausdauerleben (z.B. Marathonbestzeit von unter 2:50 Std.) hinter sich hatte, wurde mir auch so manches klar…

Ehrenmitglied Karl-Heinz Nichterwitz – Dein Verein ist stolz auf Dich!

 

Bericht geschrieben von Marcus Rascher

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