Landkreislauf 2017

Der LKL ging diesmal über Rückersdorf, Schwaig nach Lauf, bevor er dann über Diepersdorf, Leinburg nach Weißenbrunn ging. Hier waren die Schlussetappen über die einsamen „Bergkäffer“ zu laufen, die wir ansonsten nur mit dem Rad heimsuchen.

Der Radlexpress konnte wie auch im letzten Jahr wieder 2 Mannschaften stellen, die den Verein hervorragend repräsentierten und sich bestens platzierten. Hier  gleich ein herzliches Dankeschön an alle Läufer der beiden Teams „Radlexpress Mixed“ und „Radlexpress Herren“.

Insgesamt waren 143 Teams gemeldet, die auf den 10 Etappen jeweils einen Läufer auf die Strecke schicken mussten. Man kann also absolut von einer Massenveranstaltung sprechen. Das Niveau im Spitzenbereich der ersten 30 Mannschaften steigt allerdings von Jahr zu Jahr an. Hier kann man nicht mehr von Breitensport sprechen.

Kleine Anekdote hierzu: Ein Arbeitskollege von mir, mit einer heuer gelaufenen Zeit von 35:40 Min. auf 10 km, war nicht gut genug für eines der Spitzenteams, dessen Namen ich hier nicht nennen will.  Soviel zur „Spaßveranstaltung“ Landkreislauf!

Die besten Platzierungen für den REX konnten Dominik Grünwald (5. Platz) und Roman Göger (6. Platz) erreichen. Euch beide werde ich nächstes Jahr wieder auf eine Königsetappe setzen, denn Leistung muss belohnt werden 🙂

Da sind wir schon bei Anekdote 2 und Bericht über die Königsetappe! Eigentlich gab es 2 sehr schwere Etappen. Die eine ging von Lauf nach Diepersdorf über 8 km immer leicht ansteigend bergan. Hier mussten Robert Friedrich (Platz 57) und Norbert Nähr (Platz 61) besonders leiden. Das gemeine an solchen Etappen ist, dass die Teams hier ihre besten Läufer einsetzen, um möglichst wenig Punkte zu kassieren.

Der absolute Höhenmeter-Hammer war die Etappe von Weißenbrunn nach Offenhausen. „Nur“ 6,5 Km werdet ihr sagen – aber leider mit 170 Höhenmeter dazwischen. Es ging vom Sportplatz Weißenbrunn – also von ganz unten – hinauf zum Entenberg, der den MTB´lern und Rennradlern unter uns sicher ein Begriff ist. Von dort im freien Fall hinab nach Egensbach und schließlich ins Ziel nach Offenhausen. Ludwig Reich und ich hatten diesen „schwarzen Peter“ der Etappen gezogen…

Schon der Start war der „Höllenetappe“ würdig. Am Sportplatz wäre ja genug Platz gewesen, aber nein, man verlegt den Start 20 m daneben in den Wald, wo es gleich mal einen schmalen Weg sportlich nach oben geht. Jeder will natürlich  gleich ordentlich Meter machen und sprintet mit Volldampf – dafür aber leider ohne Hirn – bergan. Ich will genau das Gegenteil, mich am Anfang zurückhalten, nicht zu schnell in den Berg hineinlaufen und ein gleichmäßig schnelles Tempo bis zum Schluss durchhalten. Dadurch kommt es, wie es kommen muss… Bereits nach wenigen Metern werde ich von schräg hinten von einem kräftigen, fußballspielenden, ca. 190 cm großen, ortsansässigen „Bauernburschen“ fast zu Fall gebracht. Ich kann mich nur durch einen beherzten Sprung retten, indem ich mich mit meinen Händen  kurz auf seinen Rücken abstütze und ein paar Augenblicke mitgeschleift werde. Ihm scheint das Ganze Szenario nichts aus zu machen. Er grunzt nur ein lautes “Sooorryy!“, hebt entschuldigend die Hand und stapft unbeeindruckt von dannen. Jetzt aber bin ich voll wach und das Adrenalin schießt in den Körper – die Schlacht hat begonnen.

Ludwig geht es auch nicht besser und muss sich im Startgetümmel sogar noch hinter mir einreihen. Als die Strecke etwas übersichtlicher wird, schätze ich, dass mindestens 50 Läufer vor uns platziert sind. Jetzt heißt es Gas geben. Die Atmung ist auf Anschlag und in den Beinen macht sich schon das erste Brennen breit. Wir überholen bergan Läufer für Läufer und arbeiten uns durch das Feld. Ludwig hält sich taktisch immer ein paar Meter hinter mir und lässt mich nicht aus den Augen. Ich wuchte inzwischen meine 80 Kg entschlossen den Entenberg hinauf – wenigstens diese Klasse habe ich eindeutig gewonnen.

Endlich bergab… hier kann man gute Lauftechnik und natürlich das Gewicht voll ausspielen. Ich überhole nochmal 2 Gruppen von ca. 5-6 Läufern. Auch dem Ludwig kann ich noch ein bisschen Strecke abnehmen. In Egensbach bin ich dann absolut am Ende meiner Kräfte und nur noch der Wille bringt mich die letzten 600 m in Ziel. Ich verliere hier nochmal 4 Plätze. Ich werde halt auch nicht jünger… Endlich im Ziel brauche ich ca. 2 Minuten, um von der „Anstrengungsfratze“ wieder auf „Normalgesicht“ zu wechseln. Dann wische ich mir noch den obligatorischen Schleimfaden aus dem Mundwinkel und alles ist wieder gut 🙂 Am Ende belegen wir Platz 21 und 29 und dürfen damit voll zufrieden sein.

Die große Stärke unserer beiden Mannschaften war die Ausgeglichenheit. Deshalb konnten sich die Herren mit dem 8. Platz auch diesmal wieder in den Top Ten platzieren. Das bunt gewürfelte Mixed Team belegte ebenfalls einen absolut respektablen 59. Platz.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Bilder unter: https://n-land.de/fotos/landkreislauf-2017

Bericht: Teamkapitän Markus Rascher

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